Wiener Zeitung review of solo exhibition at T19 January 2001

Wiener Zeitung, 05.01.2001

Quer durch Galerien
Von Claudia Aigner

Jonathan Podwil (bis 11. Jänner in der Galerie T19, Tuchlauben 19) hat in seinem Atelier die Lufthoheit. Nicht, dass er regelmäßig unter dem Plafond herumfliegen würde. Nein, er hat hier mit einem Modellflugzeug, einer “Stuka”, ein bisschen Zweiter Weltkrieg gespielt und dabei einen “authentischen” Dokumentarfilm gedreht und so gründlich auf alt getrimmt, dass derFilm aussieht, als hätte jemand ein Säureattentat auf die Luftschlacht um England oder auf die ganze deutsche Luftwaffe verübt. Kurz: Es schaut alles sehr abstrakt aus, bzw. ist der Film “Stuka-Loop” das geglückte visuelle Äquivalent zum Knistern einer"uralten" Vinylschallplatte, die obendrein noch einen Sprung hat. Typisch: Das symbiotische Verhältnis zwischen den bewegten und unbewegten Bildern (die filmische Ästhetik seiner Malereien und die malerische Ästhetik seiner Filme). Podwil schaltet souverän zwischen Malerei und Film hin und her und setzt gefundenes filmisches Material in Malerei um. Oder er bastelt sich sein “Fundmaterial” selber, um es dann zu “finden”. Seine ausgedruckten Filmstandfotos sind dann aber weniger berauschend.

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